Wie wird man eigentlich Schreibtrainerin? – Tipps

Diese Frage hören wir öfter von Teilnehmenden nachdem sie selbst im Schreibaschram waren und noch ganz erfüllt vom Flow sind: Wie wird man eigentlich Schreibtrainerin? Das ist naheliegend, denn, wenn sich Licht am Ende des Dissertationstunnels zeigt, wird die Frage, was als nächste berufliche Etappe kommt, natürlich wichtig.
Viele, die nicht den Karriereweg zur Professur anstreben, liebäugeln dann mit Managementaufgaben im Wissenschaftsbetrieb. Damit bleibt man dem Forschungsfeld verbunden, auch wenn deutlich der Betrieb im Vordergrund steht.
Wieso aber nicht die erlernten Strategien und auch die eigene Begeisterung, weitergeben? Und warum nicht auch anderen konkrete Anleitung für den durchlebten Schreibprozess bereit stellen?
Oft begrenzt sich das, was Forscher*innen teilen auf ihre inhaltlichen Forschungsergebnisse.
Wenn aber die Bereitschaft da ist, eher vom Spielfeldrand auftragsbezogen am Unigeschehen mitzuwirken, kann der Karrierekurs Coaching oder Training spannend sein. Es gibt einen wachsenden Service-Bereich rund um die Wissenschaft. Auch Wissenschaftler*innen und Forscherteams brauchen Coaching, Mediation, Facilitation, Beratung, Organisationsentwicklung, Unterstützung in der Führungskompetenz und eben auch prozessorientierte Schreibbegleitung.
Einen klar vordefinierten Weg dorthin gibt es nicht. Wir hatten daher den Plan eine Ausbildung zum Schreib-Facilitator anzubieten, aber der Kurs wird wegen den hohen Arbeitsaufwands wohl nicht realisiert. Und so wollen wir zumindest einige Tipps für den Weg zu dieser sehr erfüllenden Berufstätigkeit teilen.

Schritte zum Schreibfacilitator

Die eigene Erfahrung mit dem akademischen Schreiben, den Hindernissen und den begleitenden Gemütslagen dabei sind sicherlich eine Grundlage und für viele ja die primäre Motivation in das Thema methodisch einzusteigen.

Der nächstfolgende Schritt könnte eine systemische Trainer- oder Coaching-Ausbildung sein. Ich habe beispielsweise berufsbegleitend diese systemische Trainerausbildung in Berlin gemacht, und kann sie sehr empfehlen. Hier habe ich, neben vielen Methoden und Tools, nochmal ein klareres Führungsverständnis für Gruppen entwickelt. Gruppenprozesse benötigen im Gegensatz zu individuellen Coachings, Struktur. Daher war der Trainerschein für mich eine wichtige Ergänzung zu meiner Coachingausbildung, die auch ein Baustein ist. Obwohl ich heute kaum One-to-one-Coachings gebe – das ist in unserem Team Katja Günthers Part – erleichtert die Kompetenz mir einerseits die Zusammenarbeit mit Menschen insgesamt und sie ist eine wichtige Quelle für die notwendigen lösenden Perspektivwechsel, die Schreibenden oft gut tun- wenn sie tief in ihrem Thema vergraben sind, wie zum Beispiel:
°°° Was würdest Du (hin)schreiben, wenn es nicht perfekt sein müsste?
°°° Was ist Aufgabe dieses Kapitels für den Gesamttext?
Und was braucht es, damit dieses Kapitel seinen Job gut machen kann?
°°° Wie würde ein Ghostwriter das Ganze angehen?

Eine weitere Einflugsschneise bilden die an Universitäten angebotenen Weiterbildungen zum Schreibberater. Diese zielen oft auf die Tätigkeit an einem universitären Schreibzentrum ab. Etwa 20 Universitäten in Deutschland verfügen über ein Schreibzentrum. Die Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung in Freiburg bietet eine Ausbildung zum Schreibberater an, über die ich schon Gutes gehört habe. 

Hier geht es sowohl um Beratung als auch um akademische Textgenres und Schreibdidaktik. Da die technischen Aspekte des wissenschaftlichen Schreibens Dir vielleicht schon geläufig sind, oder auch gut durch Literatur vermittelt werden können, scheint mir persönlich eine Trainer- und Coachingausbildung grundlegender. Es kommt aber etwas darauf an, wie Du Deine Rolle ausgestalten möchtest. Ich sehe mich mehr als Enabler, oder Facilitator und weniger als instruierende Beraterin. So oder so, viele Wege führen in dieses sehr freudvolle Arbeitsgebiet. Was in den Trainer- und Coachingkursen üblicherweise fehlt ist, der Business-Part, die solide Existenzgründung. Hier gibt es aber zahlreiche Möglichkeiten der informellen Unterstützung und Beratung, sowie Webinare, die man individuell und bedarfsbezogen besuchen kann. Ich kann eine Mitgliedschaft im Verein Trainerversorgung empfehlen. Hier bekommt man viel Know-how, was Versicherungsfragen, Steuer, Rente, ABGs etc. betrifft. 

Wir freuen uns über alle, die diesen Weg gehen und so zu unseren Kolleg*innen werden. Denn der Bedarf ist riesig. Bereits unterwegs ist Wiebke Vogelaar. Sie war vor vor einem Jahr im Schreibaschram, ist frisch promoviert und weiß: „es muss nicht grässlich und schmerzhaft sein zu promovieren.“ Heute ist sie Schreibcoach und hat zusammen mit der Motivationstrainerin Isabell Mezger ein Jahres-Begleitprogramm für Promovierende entwickelt, das Dich unterstützt, Ziele konsequent zu verfolgen und gleichzeitig freundlich mit Dir umzugehen. In dieser Podcastfolge erzählt sie von ihrem Weg und ihrem Angebot. Hör mal rein! 

Zum Vormerken: Ihr Jahrescoaching Programm für Promovierende startet am 1.4.2019 in eine neue Runde. Hierbei handelt es sich um ein Intervallcoaching, in dessen Rahmen Promovierende 12 Monate lang von begleitet werden.

 

 

Was macht eine gelungene Pause aus?

Wie gestaltest Du im Alltag Deine Pausen? Gibt es eine bewusste Pausenpraxis? Oder merkst Du irgendwann einfach, dass du gerade im Netz surfst?
Beschließt Du, wenn gerade nichts vorwärts geht, ein paar Besorgungen zu machen? Und ist das dann eine Pause oder eher eine Ablenkung?

Dies sind wichtige Fragen für Wissensarbeiter*innen. Denn die wenigsten haben ein bewusstes Pausenverhalten — auch bei mir war es lange so. „Wer Pausen macht, verliert Zeit. Und ich habe wenig Zeit“ mit dieser unbewussten Überzeugung habe ich mich überfordert und meine knappe Ressource Konzentration, eher verschlissen als produktiv genutzt. Schreibkonzentration braucht definitiv auch Dranbleiben und Durchhalten, denn Schreiben ist auch immer wieder mal zäh. Sie braucht aber auch Aussicht auf Regeneration nach der Beanspruchung. Damit ein frischer Fokus möglich wird.

Idealerweise läuft das Sich-Konzentrieren und Sich-Entspannen irgendwann ganz natürlich ab. Auf Entspannung folgt Fokus, auf Fokus Entspannung, wie beim Atemprozess, der sich nicht erschöpft, sondern so immer und immer abläuft. Ein Schreiben, das einfach stressfrei passiert…
Viele kennen aber eher das: irgendwie arbeite ich immer, denke ständig über mein Thema nach und recherchiere dazu, finde aber nicht ins Schreiben, so dass ich mich als unerhört langsam empfinde; deswegen gönne ich mir weniger Erholsames, denn das hält mich ja von der Arbeit ab …  Wenn es keine gute Trennung von Arbeit und Pause gibt, stellt sich ein massives Belastungserleben ein, entweder Prokrastination oder Erschöpfung.

Sei produktiv statt beschäftigt. Denn weniger kann mehr sein

Der Ausweg daraus ist simpel: Timeboxing. Du stellst eine Uhr für Deine Fokuszeit, sagen wir 30 Minuten. Das ist die Zeit, die Dir zur Verfügung steht, um an einer Aufgabe zu arbeiten. Eine Mini-Deadline sozusagen. Durch Verknappung wird Zeit kostbar, dein Hirn organisiert seinen Fokus. Nur die Uhr entscheidet, dass Du jetzt schreibst. Nach der halben Stunde folgen 10 Minuten Pause.

Und auf in eine neue Runde! Fang ruhig mit kurzen Sequenzen an. Im Schreibaschram sind die Sessions zwei Stunden lang. Beginne am Anfang mit einer Zeit, die Du sicher durchziehen kannst.

Eine gute Pause im Anschluss erfrischt Dich und ermöglicht Dir die nächste Session. Auch bei den Pausen sind Zeitlimits gut. Gib Dir ein Zeitfenster zum Erholen, dann folgt die nächste Arbeitseinheit. Auch kurze Pausen-Aktionen machen einen Unterschied! Schau genau, was Dir gut tut. „Ich habe ja nur 10 Minuten Pause, da lohnt es sich ja gar nicht vom Bildschirm weg zu gehen.“ – Oh doch! Fünf Minuten an der frischen Luft haben einen positiven Effekt. Nach drei Minuten jonglieren, oder einem anderen kleinen Braingame, wirst Du wieder klarer. Eine Viertelstunde Yoga ist vielleicht kein Sportprogramm, aber macht Deinen Körper wieder zu einem Verbündeten am Schreibtisch. In einer gelungenen Pause stimulierst Du am besten die Teile deines Gehirns, die beim Schreiben eher nicht zum Zug kommen: Höre Musik, bewege Dich, auch ein anderer Geruch kann Dir helfen, wieder aus der Denkstarre zu kommen. Ebenso: Augen schließen!

Bau Dir Pausen in Deine persönliche Tagesplanung ein. Im Aschram machen wir eine Pause am Vormittag (15 Minuten), eine Mittagspause (zwei Stunden) und eine Nachmittagspause (30 Minuten).

Was sind Deine Ideen für gute Pausen? Und was sind gute Pausenlängen für Dich und wann?

Eine eigene Liste mit Ideen für die Pausengestaltung zu führen, ist nicht schlecht, denn manchmal, wenn man sehr erschöpft ist, fällt einem alles ein, nur nicht, was einem gerade gut tut. Hier ein paar Optionen. 

5 Minuten Pause
– Fenster auf und durchatmen
– Mach Deinen Lieblingssong an und tanze dazu

10 Minuten Pause
– Stretching
– Ich höre mir zwischendurch gerne Deutschlandfunk-Presseschau und die Nachrichten an, das dauert je etwa 9 Minuten. (Mit der DLF-App super komfortabel zur Wunschzeit abrufbar, und so muss ich mir nicht täglich mehrfach alle News reinziehen, und bekomme trotzdem das Wesentliche an politischen Nachrichten mit. Außerdem kommt durch das Radio der Hörsinn ins Spiel.)

15 Minuten Pause
– Spazieren gehen
– Ein Mini-Rücken-Workout: in nur wenigen Minuten kannst Du Deinem Rücken etwas Gutes tun

20 Minuten Pause
– Meditation. Ich nutze die Meditationsapp – 7Mind; aber auch der ganz einfache Mediationstimer unterstützt Dich, eine Auszeit zu nehmen.
– Ganz in Ruhe einen Kaffee trinken

30 Minuten Pause
– eine kurze Yoga-Sequenz angeleitet durch einen Yoga-Podcast

1 Stunde Pause
– 20 Minuten Schwimmen gehen. (Nichts sortiert mich besser als einige Bahnen ziehen, daher ist meine Badetasche immer gepackt und habe ich eine Flatrate im Stadtbad.)

Mittagspausen
1 Stunde: Essen und ein kurzer Spaziergang
besser 2 Stunden Mittagspause: Essen (45min), ein Schläfchen (30min) und ein kurzer Spaziergang (30min)

Entdecke was für Dich gut funktioniert, sammele Dir Deine Favoriten zusammen und dann übe Deine persönlichen Pausenrituale ein.

Und sowas muss man üben?

Ein gesundes Pausenverhalten muss man üben. Wir haben immer weniger feste Alltagsrhythmen und Vorgaben. Es ist schon lange nicht mehr so, dass das dreimalige Geläut alle ins Gebet nimmt und synchron von ihrer Arbeit losreisst. Stattdessen ist die Pause eigentlich jederzeit möglich, und du kannst sie auch ständig haben. Wissensarbeiter*innen müssen sich ein produktives Wechselspiel von Arbeit und Pause häufig organisieren lernen. Rituale sind tatsächlich hilfreich, weil diese eine gewisse Selbstverständlichkeit bekommen.
Im Schreibaschram sind es die festen Zeiten der Arbeit und der Pause, die erst den Flow hervor kitzeln. Plötzlich ist ein Höhenflug nicht mehr der überraschende Glücksfall, sondern Ergebnis von einem verbindlichen Arbeitsrhythmus. Je besser Deine Pausenqualität, desto besser Deine Konzentrationsqualität — so schaffst Du mehr in weniger Zeit.

Alle genannten und verlinkten Apps oder Anbieter sind persönliche Empfehlungen, die wir ohne einen Werbeauftrag nennen.

Was sind Deine Pausen Highlights (Podcasts, Ideen für Auszeiten, Übungen)? Und wie gelingt Dir der Übergang von Konzentration zu Entspannung und wieder zurück? Teile gerne Deine Ideen in den Kommentaren.

Bye-bye Schreibblockade! Mit diesem Tool brichst Du den Bann vom weißen Blatt

Schreiben ist eigentlich nur: Loslegen und Dranbleiben. Das klingt einfach — zu einfach. Wer mit anspruchsvollen Textprojekten zu tun hat weiß, dass es oft nicht weitergeht und, dass es manchmal gar nicht erst losgeht. Ich möchte hier ein kleines Tool mit Dir teilen, das Abhilfe verschafft, wenn der Schreibfluss stockt oder sich kein Anfang finden lässt.

Meine Frage an Dich lautet zunächst: Was ist eine kurze Zeiteinheit, die Du Dir heute vorstellen kannst, Deinem Text zu widmen? Wenn die Antwort immerhin 25 Minuten lautet, dann ist diese kleine Schreib-Session, „Den Fokus erschreiben“ für Dich geeignet.

Wir wenden diese Methode auch im Schreib-Sweatshop an, um in kurzer Zeit kleine Textbausteine zu erarbeiten. Hier findest Du alle Schritte für die Anwendung zu Hause. Leichter ist es Schritt für Schritt in diesem Prozess geführt zu werden. Daher haben wir diese Methode als kostenloses Audio-Tool in unserer Reihe „Anstiftungen zum Schreiben“ für alle unsere Newsletter-Abonnent*innen online gestellt. Wenn Du es ausprobieren möchtest, abonniere einfach den Newsletter, Du erhältst dann den Link zum Tool. Oder komm in unseren Schreib-Sweatshop. Von Mal zu Mal finden Deine Worte leichter zu Dir. Versprochen.

Anstiftung zum Schreiben — Folge 1: Den Fokus erschreiben

In dieser kleinen Schreib-Session kommst Du zu einem Stück Rohtext. Sie dauert etwa 25 Minuten und besteht aus der Übung „Den Fokus erschreiben“, die Du handschriftlich machst. Und einer 15min Schreibzeit an Deinem Laptop.

Du brauchst dafür:
– einige Blätter Papier und einen Stift;
– Deinen Laptop mit einer Datei zum drauflos schreiben;
– das Thema, oder den Teilaspekt Deines Themas über das Du schreiben wirst.

  1. Den Fokus erschreiben

Brainstorming: Notiere alle Wörter, die Dir spontan einfallen: Liste auf, was Dir in den Sinn kommt. (für 2 Minuten)

• Bilde eine Kernaussage: Lies nochmal alle Worte durch, markiere Dir die drei wichtigsten. Nun formuliere zu ihnen oder mit ihnen einen einfachen Satz, ein Statement. (Du hast 1 Minute Zeit)

• Jetzt formuliere diesen Satz um, in eine offene Frage! Gute Frageworte sind Was oder Wie.

2. Schreibzeit:

Diese entstandene Frage ist Dein Schreibimpuls für die 15 Minuten Schreiben. Beginne sie zu beantworten, oder sie zu hinterfragen. Lass Deine Gedanken über Deine Fingerspitzen in die Tasten fließen. Schreib frei heraus, ohne Kritik, ohne Korrekturen. Lass die Wörter kommen. Später kannst du alles noch überarbeiten. Los geht’s! 

Du möchtest das mit unserer Audio-Schritt-für-Schritt-Anleitung versuchen? Abonniere unseren Newsletter und Du bekommst sie. Viel Erfolg!

Schreiben und etwas bewegen

Ich lade Dich zu einem Benefiz-Schreibseminar am 12.12.2017 in Berlin ein. In unserem beliebtesten Tagesseminar, dem Schreib-Sweatshop, leite ich dazu an, einen Text an einem Tag zu schreiben. Output ist wie immer garantiert. Diesmal möchte ich das nicht gegen Geld tun, sondern für die Unterstützung einer Sache, die mir wichtig ist.

An wen gehen die Spenden?

Es gibt zwei Organisationen, die Du unterstützen kannst:

Die eine ist die Berliner Kältehilfe, die nach meinen Recherchen eine sehr gute Arbeit macht. Sie stellt für die wachsende Zahl an Obdachlosen in Berlin Notunterkünfte bereit sowie einen Kältebus, der geschwächte Bedürftige auch dorthin bringt. Erschwinglicher Wohnraum in Berlin wird immer knapper, die Zahl der Obdachlosen steigt massiv an, daher ist die Berliner Kältehilfe dieses Jahr mehr denn je gefordert und auf Spenden angewiesen.

Die zweite Organisation, die ich gut kenne und die mir persönlich sehr am Herzen liegt, ist Animal SOS Sri Lanka. Als ich das Elend der Straßenhunde letzten Winter in Sri Lanka mitbekommen habe, hat sich meine Urlaubsreise komplett in diese Tierschutz-Station in Ahangama verlagert. Dieses Tierheim mit eigener Klinik versorgt kranke Straßenhunde und Hunde, die im Straßenverkehr verletzt wurden. Sie bieten kostenlose Sterilisationen für Haustiere an. Hunden, die es auf der Straße nicht mehr schaffen würden, bieten sie ein sicheres Zuhause. Ihr Impfprogramm hilft dabei, die Tollwut in Sri Lanka auszurotten. Auch die Menschen in der Region profitieren sehr von dieser Einrichtung, denn sie gibt vielen Familien, die durch den Tsunami alles verloren haben, eine neue Existenzgrundlage: als Tierpfleger, Köche, Veterinärassistenten, Reinigungskraft etc. Ich hatte die Gelegenheit, viel von der Arbeit von Kim, Flo, Marie, Mahesh, Nander, Ellie, Chamith, Dr. Achini und Dr. Asanka mitzubekommen. Sie leisten Unglaubliches! 

Was ist der Schreib-Sweatshop?

Im Sweatshop heißt es: Ein Tag. Ein Text. In diesem ergebnisorientierten Schreibprozess schreibst Du einen Artikel, ein Dissertationskapitel, einen Antrag, einen Vortrag oder ein Exposé… an nur einem Tag. Wir arbeiten von 9.30-17.30 Uhr und gelangen vom weißen Blatt zur runden Rohfassung. Beim Sweatshop investierst Du einen Tag, übst produktive Schreibstrategien ein und gehst mit einem konkreten Textergebnis nach Hause. Und am 12.Dezember 2017 tust Du damit nicht nur Deinem Textprojekt etwas Gutes, sondern auch darüber hinaus…

Wie kann ich mitmachen? 

Um einen Platz im Schreib-Sweatshop am 12.12.2017 zu bekommen, such Dir eine der Organisationen aus. Spende entweder an die Berliner Kältehilfe oder an Animal SOS Sri Lanka. Sende uns einen Screenshot Deiner Überweisung oder einen Scan Deiner Spendenquittung zu (info@schreibaschram.de) und schon bist Du bist dabei.

Die Höhe der Spende ist Dir überlassen. Als Orientierung: das normale Teilnahmeentgelt für einen Schreib-Sweatshop liegt bei 135€ netto / 160€ inkl. MwSt. Du kannst auch mehr oder weniger spenden. Fühle Dich frei, das zu geben, was für Dich passend ist.

Nach Deiner Anmeldung bis zum 5.Dezember 2017 erhältst Du eine Anmeldebestätigung und eine Woche vor dem Kurs bekommst Du eine Vorbereitungsinformation.

Benefiz-Schreib-Sweatshop am Dienstag, 12.Dezember 2017, 9.30-17.30 Uhr in der Rabestr. 8, 10405 Berlin. Anmeldeschluss ist der 6. Dezember 2017.

Das Leben mit Deadlines

Seit dem ersten September liegen bei Aldi die Christstollen. Trotzdem werde ich mich wohl am 20. Dezember ärgern, nicht schon viel früher meine Weihnachtseinkäufe erledigt zu haben. Jetzt ist November. Noch sind die Läden leer. Noch hätte ich mit Online-Shopping extrem gute Chancen, selbst bei ernsthaften Postkomplikationen. Es wäre sogar noch Zeit um zu basteln! Aber: Das Wissen um die Deadline verdichtet sich leider oft recht spät. So geht es mir auch beim Schreiben. Warum ist das so? 

Die Antwort ist, dass ich zu optimistisch bin, was meine eigenen Fähigkeiten anbelangt. Ich denke, ich sei schneller, als ich es bin. Ich denke, mein Plan wäre belastbarer als er ist. Und das ist bei den meisten Menschen so, wie dieser spannende Artikel zur Planning-Fallacy erläutert. Wir hängen demnach einer kognitiven Verzerrung an. Wir glauben an unsere Pläne, fallen aber sogar hinter unsere Worst-Case-Szenarien zurück. Immer wieder. Menschen scheinen einfach eine sehr wenig planungskompetente Spezies zu sein und das aber nicht so recht anzuerkennen. 

Ein realistische Planung, wenn es sie gibt, heißt daher mit der eigenen Planungsschwäche zu planen, und extrem früh anzufangen, im Prinzip jetzt. Ich gebe mir also hiermit den Weihnachts-Kick-Off. 

Mit dem Schreiben ist es ähnlich. Einen Text verfassen dauert immer länger als erwartet, und vor allem die Überarbeitung  ist gerne mal langwieriger als die erste Fassung ahnen lässt. Hier scheint das Pareto-Prinzip zu gelten: ein zu 80 % fertiger Text, benötigt nicht etwa weitere 20% der bereits investierten Zeit, sondern eigentlich oft das Vierfache. Erwarte also kein schnelles Ende. Wenn Du das Gefühl hast, Dein Buch oder Deine Doktorarbeit ist eigentlich geschafft, dann kann es sein, dass Du einer ganz menschlichen Täuschung aufsitzt. Es kann sich also durchaus noch lohnen einen Schreibaschram zu besuchen, um mit Deinem Text Deinen Plan einzuholen. 

Die eigene Planungsschwäche hat aber auch ihr Gutes. Einige Projekte hätten wir schließlich nie begonnen, wenn wir gewusst hätten, wie aufwändig sie in Wirklichkeit sind. Jetzt wachsen wir daran.


Fragen zu Deinem Schreibprojekt:

  • Was ist die äußere Deadline für Deinen Text? Wann ist Stipendienende, Abgabetermin laut Betreuer/in oder laut Publikationsvertrag, wann beginnt Dein neuer Job, oder wann endet Deine Stelle …?

  • Wenn es (noch) keine äußere Deadline gibt: Wann ist Deine innere Deadline? Bis wann darf das noch dauern?

  • Welche Konsequenz ziehst Du aus der Deadline für Dein Schreiben?

 

Meer Schreiben: Berichte aus einem DIY-Schreibaschram

Im September 2016 waren wir zusammen in Neu Schönau unter haben dort einen wunderbar inspirierenden Schreib-Aschram unter der Leitung von Katja und Ingrid erlebt. Wir haben viel aus dieser Zeit in unseren Schreiballtag mit genommen, darunter auch den Wunsch, mehr und immer wieder mit anderen zusammen zu schreiben. Eine besondere Erfahrung war der Aschram auch deshalb, weil wir als Gesamtgruppe so gut zusammen funktioniert haben. Schon im Zug entstand auf der Rückreise deshalb die Idee im nächsten Jahr einen selbst organisierten Aschram durchzuführen. Nach den natürlichen Schrumpfungsprozessen und der Konfrontation mit dem echten Leben ist dabei eine Reise zu viert herausgekommen: Eine Woche Aschram auf Norderney im Februar 2017. Eine Woche Aschram unter anderen Vorzeichen! Weiterlesen

Dein Work-Life-Rhythmus in 2017

Rhythmen und Routinen ermöglichen Schreibenden Produktivität. Deswegen möchten wir Dich zum Jahreswechsel einladen, sie in Deinem Leben zu erforschen und vielleicht neue zu etablieren. Was automatisch abläuft, benötigt so gut wie kein Überlegen, kein Entscheiden und damit keine Willensstärke. Daher ist es gut, wenn sowohl Dinge, die Dir gut tun, als auch Dinge, die Dein Schreiben voranbringen einfach geschehen – in stetiger Regelmäßigkeit und ohne großes Ringen. Weiterlesen

Writing by Doing – für eine Schreibdidaktik des Handelns

 „Was habe ich damals nochmal im Schreibseminar gelernt? Ich erinnere mich an einige gute Schreibübungen, an kreativ gestaltete Flipcharts und Moderationswände, und auch Powerpoints mit ‚betreutem Lesen‘. Manches davon hatte sogar mit meinem Schreibanliegen zu tun. Aber leider hat nichts davon hat mein Schreiben nachhaltig verändert. Ich habe zwar Ideen bekommen, wie man es machen könnte, Fakt ist aber: ich habe es danach nie so gemacht.“

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Unser Seminarprogramm

Wir bieten über den Schreibaschram hinaus Weiterbildung und Coaching für Universitäten, Forschungsteams und Graduiertenkollegs im gesamten Bundesgebiet an. Wenn Sie sich für unsere Angebote rund um die wissenschaftliche Nachwuchsförderung  interessieren, fordern Sie gerne unsere Broschüre an.

Schreibleben – oder die sanfte Revolution

Die Sonne taucht die Vorlesende auf der Freitreppe in ein goldwarmes Abendlicht, während über ihr am Himmel die ersten taumelnden Fledermäuse nach Fliegen jagen. Ein Gong beendet die fünf-minütige Lesezeit: Applaus. Eine poetische Lesung? Mitnichten: hier wird Forschungsarbeit vorgestellt. Im sommerlichen Schreibaschram gehören die Lesungen der ersten Ergebnisse des täglichen Schreibpensums zum Programm.

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