Schreiben und etwas bewegen

Ich lade Dich zu einem Benefiz-Schreibseminar am 12.12.2017 in Berlin ein. In unserem beliebtesten Tagesseminar, dem Schreib-Sweatshop, leite ich dazu an, einen Text an einem Tag zu schreiben. Output ist wie immer garantiert. Diesmal möchte ich das nicht gegen Geld tun, sondern für die Unterstützung einer Sache, die mir wichtig ist.

An wen gehen die Spenden?

Es gibt zwei Organisationen, die Du unterstützen kannst:

Die eine ist die Berliner Kältehilfe, die nach meinen Recherchen eine sehr gute Arbeit macht. Sie stellt für die wachsende Zahl an Obdachlosen in Berlin Notunterkünfte bereit sowie einen Kältebus, der geschwächte Bedürftige auch dorthin bringt. Erschwinglicher Wohnraum in Berlin wird immer knapper, die Zahl der Obdachlosen steigt massiv an, daher ist die Berliner Kältehilfe dieses Jahr mehr denn je gefordert und auf Spenden angewiesen.

Die zweite Organisation, die ich gut kenne und die mir persönlich sehr am Herzen liegt, ist Animal SOS Sri Lanka. Als ich das Elend der Straßenhunde letzten Winter in Sri Lanka mitbekommen habe, hat sich meine Urlaubsreise komplett in diese Tierschutz-Station in Ahangama verlagert. Dieses Tierheim mit eigener Klinik versorgt kranke Straßenhunde und Hunde, die im Straßenverkehr verletzt wurden. Sie bieten kostenlose Sterilisationen für Haustiere an. Hunden, die es auf der Straße nicht mehr schaffen würden, bieten sie ein sicheres Zuhause. Ihr Impfprogramm hilft dabei, die Tollwut in Sri Lanka auszurotten. Auch die Menschen in der Region profitieren sehr von dieser Einrichtung, denn sie gibt vielen Familien, die durch den Tsunami alles verloren haben, eine neue Existenzgrundlage: als Tierpfleger, Köche, Veterinärassistenten, Reinigungskraft etc. Ich hatte die Gelegenheit, viel von der Arbeit von Kim, Flo, Marie, Mahesh, Nander, Ellie, Chamid, Dr. Achini und Dr. Asanka mitzubekommen. Sie leisten Unglaubliches! 

Was ist der Schreib-Sweatshop?

Im Sweatshop heißt es: Ein Tag. Ein Text. In diesem ergebnisorientierten Schreibprozess schreibst Du einen Artikel, ein Dissertationskapitel, einen Antrag, einen Vortrag oder ein Exposé… an nur einem Tag. Wir arbeiten von 9.30-17.30 Uhr und gelangen vom weißen Blatt zur runden Rohfassung. Beim Sweatshop investierst Du einen Tag, übst produktive Schreibstrategien ein und gehst mit einem konkreten Textergebnis nach Hause. Und am 12.Dezember 2017 tust Du damit nicht nur Deinem Textprojekt etwas Gutes, sondern auch darüber hinaus…

Wie kann ich mitmachen? 

Um einen Platz im Schreib-Sweatshop am 12.12.2017 zu bekommen, such Dir eine der Organisationen aus. Spende entweder an die Berliner Kältehilfe oder an Animal SOS Sri Lanka. Sende uns einen Screenshot Deiner Überweisung oder einen Scan Deiner Spendenquittung zu (info@schreibaschram.de) und schon bist Du bist dabei.

Die Höhe der Spende ist Dir überlassen. Als Orientierung: das normale Teilnahmeentgelt für einen Schreib-Sweatshop liegt bei 135€ netto / 160€ inkl. MwSt. Du kannst auch mehr oder weniger spenden. Fühle Dich frei, das zu geben, was für Dich passend ist.

Nach Deiner Anmeldung bis zum 5.Dezember 2017 erhältst Du eine Anmeldebestätigung und eine Woche vor dem Kurs bekommst Du eine Vorbereitungsinformation.

Benefiz-Schreib-Sweatshop am Dienstag, 12.Dezember 2017, 9.30-17.30 Uhr in der Rabestr. 8, 10405 Berlin. Anmeldeschluss ist der 5. Dezember 2017.

Das Leben mit Deadlines

Seit dem ersten September liegen bei Aldi die Christstollen. Trotzdem werde ich mich wohl am 20. Dezember ärgern, nicht schon viel früher meine Weihnachtseinkäufe erledigt zu haben. Jetzt ist November. Noch sind die Läden leer. Noch hätte ich mit Online-Shopping extrem gute Chancen, selbst bei ernsthaften Postkomplikationen. Es wäre sogar noch Zeit um zu basteln! Aber: Das Wissen um die Deadline verdichtet sich leider oft recht spät. So geht es mir auch beim Schreiben. Warum ist das so? 

Die Antwort ist, dass ich zu optimistisch bin, was meine eigenen Fähigkeiten anbelangt. Ich denke, ich sei schneller, als ich es bin. Ich denke, mein Plan wäre belastbarer als er ist. Und das ist bei den meisten Menschen so, wie dieser spannende Artikel zur Planning-Fallacy erläutert. Wir hängen demnach einer kognitiven Verzerrung an. Wir glauben an unsere Pläne, fallen aber sogar hinter unsere Worst-Case-Szenarien zurück. Immer wieder. Menschen scheinen einfach eine sehr wenig planungskompetente Spezies zu sein und das aber nicht so recht anzuerkennen. 

Ein realistische Planung, wenn es sie gibt, heißt daher mit der eigenen Planungsschwäche zu planen, und extrem früh anzufangen, im Prinzip jetzt. Ich gebe mir also hiermit den Weihnachts-Kick-Off. 

Mit dem Schreiben ist es ähnlich. Einen Text verfassen dauert immer länger als erwartet, und vor allem die Überarbeitung  ist gerne mal langwieriger als die erste Fassung ahnen lässt. Hier scheint das Pareto-Prinzip zu gelten: ein zu 80 % fertiger Text, benötigt nicht etwa weitere 20% der bereits investierten Zeit, sondern eigentlich oft das Vierfache. Erwarte also kein schnelles Ende. Wenn Du das Gefühl hast, Dein Buch oder Deine Doktorarbeit ist eigentlich geschafft, dann kann es sein, dass Du einer ganz menschlichen Täuschung aufsitzt. Es kann sich also durchaus noch lohnen einen Schreibaschram zu besuchen, um mit Deinem Text Deinen Plan einzuholen. 

Die eigene Planungsschwäche hat aber auch ihr Gutes. Einige Projekte hätten wir schließlich nie begonnen, wenn wir gewusst hätten, wie aufwändig sie in Wirklichkeit sind. Jetzt wachsen wir daran.


Fragen zu Deinem Schreibprojekt:

  • Was ist die äußere Deadline für Deinen Text? Wann ist Stipendienende, Abgabetermin laut Betreuer/in oder laut Publikationsvertrag, wann beginnt Dein neuer Job, oder wann endet Deine Stelle …?

  • Wenn es (noch) keine äußere Deadline gibt: Wann ist Deine innere Deadline? Bis wann darf das noch dauern?

  • Welche Konsequenz ziehst Du aus der Deadline für Dein Schreiben?

 

Meer Schreiben: Berichte aus einem DIY-Schreibaschram

Im September 2016 waren wir zusammen in Neu Schönau unter haben dort einen wunderbar inspirierenden Schreib-Aschram unter der Leitung von Katja und Ingrid erlebt. Wir haben viel aus dieser Zeit in unseren Schreiballtag mit genommen, darunter auch den Wunsch, mehr und immer wieder mit anderen zusammen zu schreiben. Eine besondere Erfahrung war der Aschram auch deshalb, weil wir als Gesamtgruppe so gut zusammen funktioniert haben. Schon im Zug entstand auf der Rückreise deshalb die Idee im nächsten Jahr einen selbst organisierten Aschram durchzuführen. Nach den natürlichen Schrumpfungsprozessen und der Konfrontation mit dem echten Leben ist dabei eine Reise zu viert herausgekommen: Eine Woche Aschram auf Norderney im Februar 2017. Eine Woche Aschram unter anderen Vorzeichen! Weiterlesen

Dein Work-Life-Rhythmus in 2017

Rhythmen und Routinen ermöglichen Schreibenden Produktivität. Deswegen möchten wir Dich zum Jahreswechsel einladen, sie in Deinem Leben zu erforschen und vielleicht neue zu etablieren. Was automatisch abläuft, benötigt so gut wie kein Überlegen, kein Entscheiden und damit keine Willensstärke. Daher ist es gut, wenn sowohl Dinge, die Dir gut tun, als auch Dinge, die Dein Schreiben voranbringen einfach geschehen – in stetiger Regelmäßigkeit und ohne großes Ringen. Weiterlesen

Writing by Doing – für eine Schreibdidaktik des Handelns

 „Was habe ich damals nochmal im Schreibseminar gelernt? Ich erinnere mich an einige gute Schreibübungen, an kreativ gestaltete Flipcharts und Moderationswände, und auch Powerpoints mit ‚betreutem Lesen‘. Manches davon hatte sogar mit meinem Schreibanliegen zu tun. Aber leider hat nichts davon hat mein Schreiben nachhaltig verändert. Ich habe zwar Ideen bekommen, wie man es machen könnte, Fakt ist aber: ich habe es danach nie so gemacht.“

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Unser Seminarprogramm

Wir bieten über den Schreibaschram hinaus Weiterbildung und Coaching für Universitäten, Forschungsteams und Graduiertenkollegs im gesamten Bundesgebiet an. Wenn Sie sich für unsere Angebote rund um die wissenschaftliche Nachwuchsförderung  interessieren, fordern Sie gerne unsere Broschüre an.

Schreibleben – oder die sanfte Revolution

Die Sonne taucht die Vorlesende auf der Freitreppe in ein goldwarmes Abendlicht, während über ihr am Himmel die ersten taumelnden Fledermäuse nach Fliegen jagen. Ein Gong beendet die fünf-minütige Lesezeit: Applaus. Eine poetische Lesung? Mitnichten: hier wird Forschungsarbeit vorgestellt. Im sommerlichen Schreibaschram gehören die Lesungen der ersten Ergebnisse des täglichen Schreibpensums zum Programm.

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Wie esoterisch ist eigentlich so ein Schreibaschram?

Diese Frage höre ich oft, zum Beispiel in diesem Interview auf dradiowissen. Und eigentlich weiß ich nie genau wie die Frage gemeint ist. Meine spirituelle Skepsis reicht sehr lange zurück, wie mein Tagebucheintrag belegt. Weiterlesen

What can you expect of a Writing Ashram?

What can you expect of a Writing Ashram? Andrea Behrens shares her experiences (1:55):